Eine Rinne ist ein dünnwandiges Bauteil, und wie viel sie verträgt, hängt am Werkstoff. Was auf einer neuen Titanzinkrinne unproblematisch ist, hinterlässt auf einer alten verzinkten Rinne die Stelle, an der in zwei Jahren Wasser durchtritt. Deshalb sehen wir vor dem ersten Handgriff nach, was verbaut ist – erkennbar an Farbe, Oberfläche und Verbindungstechnik.
Titanzink ist heute der Regelfall: hellgrau patinierend, gelötet oder geklemmt und über Jahrzehnte formstabil, empfindlich allein an den Lötnähten. Verzinktes Stahlblech findet sich in älteren Bauten – ist die Zinkschicht durchgelaufen, rostet der Stahl von innen heraus, und der Rinnenboden wird an den tiefsten Stellen dünn.
Kupfer erkennt man an der grün-braunen Patina; hier gilt: kein Kontakt mit Zink oder Stahl im Wasserweg und kein Mittel, das die Patina fleckig aufhellt. Kunststoffrinnen sind gesteckt und mit Dichtringen verbunden – im Alter wird das Material spröde, und harte Punktlast an einem Stoß löst eine Undichtigkeit aus, die vorher keine war.
Der Werkstoff ist die eine Hälfte, die Lage die andere. Eine Rinne ohne Gefälle bleibt nach jedem Regen halb voll, und eine, die an einer Stelle abgesackt ist, geht dort über, obwohl nichts darin liegt. Diese vier Punkte sehen wir uns bei der Arbeit ohnehin an.
Was auffällt, bekommen Sie dokumentiert. Eine durchgerostete Rinne, gerissene Nähte oder aufgebogene Halter lassen sich nicht sauber reinigen, sie müssen nachgezogen oder ersetzt werden. Wir sagen es und geben Ihnen die Fotos dazu, statt daraus eine Verkaufsgelegenheit zu machen.