Moos ist kein bloßer Belag, sondern eine Pflanze mit Wurzelhaftern, die sich in poröse Ziegeloberflächen und in die Fugen zwischen den Pfannen krallen. Einmal etabliert, halten die Polster Regenwasser über Tage fest. Diese Dauerfeuchte greift die Oberfläche von Betondachsteinen und Tonziegeln an und lässt die Eindeckung deutlich schneller altern als ein trockenes Dach.
Richtig gefährlich wird der Befall im Winter: Das im Moospolster gespeicherte Wasser gefriert, dehnt sich aus und sprengt feine Risse in die Ziegel – die sogenannte Frostsprengung. Aus haarfeinen Rissen werden über die Jahre abgeplatzte Kanten und gebrochene Pfannen. Zusätzlich heben dicke Polster in den Überlappungen einzelne Ziegel an, sodass Wind und Treibregen unter die Deckung greifen können.
Moosbefall am Dach ist dabei nicht dasselbe wie der grüne Schleier, den viele Häuser auf der Wetterseite zeigen: Ein Algenbelag bleibt flach, ein Moospolster baut sich in die Höhe auf, hält Wasser und arbeitet sich in jede Fuge. Deshalb braucht Dachmoos ein anderes Vorgehen als ein Algenfilm – wie wir die Polster kontrolliert abnehmen, statt sie mit hartem Wasserstrahl zu verteilen, zeigen die folgenden Abschnitte.