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Leistung im Detail

Betondachstein beschichten – den verlorenen Schutz neu aufbauen

Betondachsteine kommen ab Werk mit einer dünnen Sinterschicht, die Wasser abweist. Sie verwittert über die Jahre, die Steine saugen sich voll und begrünen schneller als jedes Tonziegeldach. Eine Beschichtung baut genau diese Schutzschicht neu auf – vorausgesetzt, die Substanz trägt noch.

Illustration: Ein TRODATEC-Mitarbeiter hält auf einer Dachfläche zwei Betondachsteine zum Vergleich nebeneinander – einen alten mit ausgekreideter Oberfläche und einen mit intakter Werksdeckschicht, im Hintergrund die verwitterte Dachfläche

Unverbindlich TÜV-geprüft · ISO 9001

Bildmotiv: Illustration unserer Arbeitsweise – echte Kundenprojekte ansehen

Warum Betondachsteine früher altern als Tonziegel

Ein Betondachstein ist kein gebrannter, sondern ein gepresster Stein: Zement, Sand und Pigmente, an der Oberfläche mit einer feinen Zementschlämme verdichtet. Diese Sinterschicht ist der eigentliche Schutz – und sie ist dünn. Verwittert sie, liegt der offenporige Kern frei, nimmt Wasser auf und bietet Bewuchs eine Angriffsfläche, die ein glasierter Tonziegel so nicht hat.

Verwittertes Ziegeldach aus der Drohnenperspektive vor der BeschichtungVorher
Dasselbe Dach nach Reinigung und Beschichtung, durchgehend gleichmäßiger FarbtonNachher
Echtes Projekt: Dach nach Reinigung und BeschichtungWeitere Projekte

Wohnhaus · Tonziegel · Reinigung mit anschließender Beschichtung

Zugleich ist dieser Werkstoff die häufigste Eindeckung im deutschen Wohnungsbestand. Auf einem Dach liegen dabei fast immer Steine derselben Bauform aus derselben Lieferung: Sie sind gleich alt, gleich gealtert und verhalten sich gleich – was die Fläche als Ganzes gut einschätzbar macht.

Diese Seite erklärt den Werkstoff, nicht den Arbeitsgang. Sie sollen danach wissen, was für ein Dach Sie eigentlich haben: woran Sie Bauform und Baualter erkennen, was Kalkschleier und abgesandete Kanten bedeuten und warum genau dieser Stein für einen neuen Oberflächenschutz besonders in Frage kommt.

  1. 1

    Werkszustand: Sinterschicht dicht

    Die verdichtete Oberfläche weist Wasser ab, der Farbton ist gleichmäßig. In dieser Phase perlt Regen sichtbar ab.

  2. 2

    Erste Verwitterung

    UV, Frost und Regen tragen die Schlämme ab. Der Stein wirkt matter, einzelne Flächen bleichen unterschiedlich stark aus.

  3. 3

    Kern liegt frei

    Ohne Sinterschicht saugt der offenporige Beton Wasser auf. Die Fläche trocknet langsamer, Algen und Moos finden Halt.

  4. 4

    Beschichtung baut den Schutz neu auf

    Nach Reinigung und Grundierung schließt die Funktionsbeschichtung die Poren. Wasser läuft wieder ab, der Farbton wird gleichmäßig.

Vom Werkszustand bis zur offenen Oberfläche

Worauf Sie sich verlassen können

Was eine professionelle Dachbeschichtung leisten muss

Für offenporige Betonflächen entwickelt

Die Beschichtung ist auf saugende Untergründe abgestimmt: Sie dringt in die geöffnete Oberfläche ein, statt nur darauf zu liegen.

  • Grundierung als Haftgrund
  • Deckschichten in mehreren Aufträgen

Kein Hochdruck auf der Sinterschicht

Wo noch Sinterschicht vorhanden ist, bleibt sie erhalten. Harte Strahlen würden sie aufreißen – der Stein saugt danach stärker als vorher.

Die Vorbereitung erfolgt chemiefrei und ohne aggressiven Hochdruck – das gilt für die Reinigung, nicht für die Beschichtung selbst.

Farbtonwahl ohne Neueindeckung

Ausgeblichene Betondachsteine bekommen einen durchgehenden Ton – von Ziegelrot bis Anthrazit, ohne dass ein Stein getauscht wird.

  • Farbmuster vorab am Objekt
  • Gleichmäßig statt fleckig

Ehrliche Absage bei müder Substanz

Sind Steine rissig, abgeplatzt oder mürbe, trägt keine Beschichtung. Das sagen wir im Dach-Check, statt eine Fläche zu behandeln, die es nicht mehr hergibt.

Kostenlose Probefläche am eigenen Dach

Wie Ihr Untergrund reagiert, zeigt ein begrenzter Abschnitt – vor der Entscheidung über die Gesamtfläche.

  • Wassertest und Farbmuster am eigenen Stein
  • Kostenlos und ohne Auftragspflicht

Geprüfte Ausführung, schriftliche Zusage

Was am Stein festgestellt wurde, steht später im Angebot und in der Abnahme – nachvollziehbar statt aus dem Gedächtnis.

TÜV-geprüft und nach ISO 9001 zertifiziert; auf die Beschichtung erhalten Sie 5 Jahre Garantie gemäß Garantiebedingungen.

So gehen wir vor

Dachbeschichtung: so läuft Ihr Auftrag ab

Der komplette Ablauf im Detail – von der Analyse bis zur dokumentierten Übergabe – steht auf unserer Verfahrensseite.

  1. Abgewittertes Ziegeldach vor der Bestandsaufnahme
    1

    Schritt 1 von 4

    Steine bestimmen

    Zuerst klären wir, was oben liegt: Bauform, Format, Zustand der Oberfläche und – wo ein Stein erreichbar ist – die Prägung auf der Unterseite.

    • Bauform und Format am Objekt aufnehmen
    • Kanten, Wülste und Falze aus der Nähe sichten
  2. Klar abgegrenzte, frisch beschichtete Testfläche auf einem verwitterten Betondachstein-Dach
    2

    Schritt 2 von 4

    Saugverhalten prüfen

    Am Stein selbst zeigt sich, wie weit die Feinmörtelschicht abgetragen ist. Wir prüfen mehrere Stellen, nicht eine.

    • Wassertest an Hochpunkt und Mulde
    • Nord- und Südseite getrennt beurteilen
  3. 3

    Schritt 3 von 4

    Probefläche anlegen

    Ein begrenzter Abschnitt beantwortet, was aus der Ferne Spekulation bleibt: wie Ihre Steine reagieren und wie der Farbton auf ihnen wirkt.

    • Farbmuster am eigenen Stein statt am Musterblech
    • Ergebnis ansehen, bevor Sie entscheiden
  4. Frisch beschichtetes Ziegeldach nach der Abnahme
    Abschluss:

    Abschluss

    Fläche aufbauen und abnehmen

    Erst danach folgen die Arbeitsgänge über die gesamte Fläche – Randbereiche eingeschlossen – und zum Schluss die gemeinsame Abnahme.

    • First, Grat und Ortgang gehören zur Fläche
    • Befunde und Abnahme mit Fotos festgehalten

Das TRODATEC-Verfahren im Detail

Gepresst statt gebrannt: woher die Unterschiede kommen

Betondachsteine entstehen ohne Feuer. Zement, gewaschener Sand, Wasser und eisenoxidische Farbpigmente werden zu einem erdfeuchten Gemisch verarbeitet, auf Formen gepresst und in feuchter Wärme erhärtet. Der Tonziegel dagegen geht in den Ofen: Dort versintert der Scherben, und an der Oberfläche entsteht eine dichte Brennhaut.

Aus diesem einen Unterschied folgt fast alles Weitere. Beim Ziegel steckt der Schutz im Werkstoff selbst, beim Betondachstein sitzt er als aufgetragene Schicht obenauf. Zugleich härtet Beton über Jahre nach: Der Stein wird innen fester, während seine Oberfläche verwittert – ein Material, das gleichzeitig stabiler und empfindlicher wird.

Gebrannter Tonziegel
Betondachstein
  • Wie er entsteht

    Gebrannter Tonziegel

    Geformt und bei hoher Temperatur gebrannt – der Scherben versintert, die Oberfläche verglast zur Brennhaut.

    Betondachstein

    Gepresst und in feuchter Wärme erhärtet – gebrannt wird nichts, die Festigkeit kommt allein aus dem Zement.

  • Wo der Schutz sitzt

    Gebrannter Tonziegel

    In der Brennhaut selbst, oft zusätzlich in Engobe oder Glasur – der Schutz ist Teil des Werkstoffs.

    Betondachstein

    Einschränkung: In einer aufgetragenen, pigmentierten Feinmörtelschicht: Sie liegt auf dem Stein und ist deshalb zuerst verbraucht.

  • Wasseraufnahme im Alter

    Gebrannter Tonziegel

    Nimmt zu, sobald die Brennhaut abwittert, bleibt aber meist unter dem Niveau eines offenen Betonsteins.

    Betondachstein

    Einschränkung: Steigt deutlich, sobald die Feinmörtelschicht fehlt – der Kern ist von der Herstellung an kapillar offen.

  • Typisches Alterungsbild

    Gebrannter Tonziegel

    Der Ton bleibt lange stabil, die Oberfläche wird matt; Bruch und Frostschäden treten eher örtlich auf.

    Betondachstein

    Die Fläche bleicht ungleichmäßig aus, wird körnig, Kanten sanden ab – das Bild ist über die Fläche uneinheitlich.

  • Als Untergrund für einen Aufbau

    Gebrannter Tonziegel

    Glatte, dichte Ziegelflächen verlangen eine andere Einstellung – was möglich ist, klärt der Dach-Check am Objekt.

    Betondachstein

    Vorteil: Mineralisch, saugend, über die ganze Fläche gleich alt: der Untergrund, für den eine Dachbeschichtung gemacht ist.

Zwei Werkstoffe, zwei Alterungsbilder

Der Querschnitt: was in einem Betondachstein steckt

Wer die Oberfläche seines Daches beurteilen will, muss wissen, wie viele Zonen dort übereinanderliegen. Ein Betondachstein ist kein homogener Klotz, sondern von außen nach innen unterschiedlich aufgebaut – und jede Zone verwittert in ihrem eigenen Tempo.

Nur die äußerste Zone trägt Farbe und Wasserabweisung. Fällt sie, bleibt ein Werkstoff zurück, der tragfähig ist, aber Wasser hält. Deshalb sieht ein alter Betondachstein oft deutlich schlechter aus, als er tatsächlich ist – und deshalb entscheidet die Festigkeit, nicht die Optik, ob ein neuer Oberflächenschutz auf ihm Sinn hat.

  1. 4

    Werkseitige Deckschicht

    Bei jüngeren Steinen liegt über dem Feinmörtel eine dünne, farbige Werksbeschichtung. Sie gibt neuen Dächern den seidigen Schimmer – und ist als Erstes verbraucht.

  2. 3

    Pigmentierte Feinmörtelschicht

    Die eigentliche Sinterschicht: eine mit Farbpigment eingefärbte Zementschlämme, im Werk aufgetragen und verdichtet. Solange sie geschlossen ist, weist sie Wasser ab.

  3. 2

    Verdichtete Randzone

    Beim Pressen wird der Beton unter der Schlämme am stärksten verdichtet. Diese Zone bremst eindringendes Wasser, wenn die Schlämme fehlt – aber nur für eine gewisse Zeit.

  4. 1

    Kernbeton mit Kapillarporen

    Zement, Sand und ein feines Porennetz. Der Kern trägt den Stein und nimmt gleichzeitig Wasser auf: Er ist von der Herstellung an saugfähig, nicht erst durch Verwitterung.

Von der farbigen Außenzone bis zum Kern

Bauform und Oberfläche verraten das Baualter

Eigentümer wissen häufig nicht, was auf ihrem Dach liegt: Die Unterlagen sind verschwunden, der Erbauer nicht erreichbar. Dabei lässt sich mehr ablesen, als man denkt – Bauform, Oberflächenanmutung und Kantenbild ordnen eine Deckung recht zuverlässig ein.

Die Bauform grenzt zuerst den Zeitraum ein: Die klassische Doppelwulstpfanne prägt Wohnsiedlungen der Nachkriegsjahrzehnte, geschwungene S-Formen und glatte Flachdachsteine kamen später und dominieren neuere Baugebiete. Die Oberfläche sagt dann etwas über den Zustand – seidiger Schimmer spricht für eine noch vorhandene Werksbeschichtung, körnige Mattheit für eine abgewitterte Feinmörtelschicht.

Den Rest verrät die Unterseite. Auf fast jedem Betondachstein ist der Hersteller eingeprägt, oft zusammen mit einer Form- oder Datumskennung. Wo im Dachraum einzelne Steine erreichbar sind, ist das die genaueste Auskunft, die Sie ohne Unterlagen bekommen.

  • Doppelwulstpfanne (Frankfurter Pfanne)

    Zwei Längswülste, tiefe Mulde, verschiebbarer Kopffalz: die Bauform, mit der Betondachsteine im Wohnungsbau groß geworden sind. Sie liegt auf unzähligen Siedlungsdächern der Nachkriegsjahrzehnte.

    Was das über Ihr Dach sagt: Wülste stark abgerundet und heller als die Mulde – an den Hochpunkten ist die Schlämme weg.

  • S-Form und Doppelmuldenstein

    Die geschwungene Welle ahmt die Optik alter Tonpfannen nach. Mehr Rundungen bedeuten mehr Hochpunkte, an denen Regen und UV zuerst angreifen – das Verwitterungsbild wird dadurch unruhiger.

    Was das über Ihr Dach sagt: Wellenkämme matt, Mulden noch farbig: ein klassisch ungleichmäßiger Verlauf.

  • Glatter Flachdachstein

    Große ebene Flächen, schmale Falze, meist anthrazit oder ziegelrot. Neuere Baugebiete sind damit gedeckt, und hier ist von der werkseitigen Deckschicht oft noch etwas übrig.

    Was das über Ihr Dach sagt: Seidiger Schimmer in den Steinmitten, matte Streifen entlang der Falze.

  • Prägung auf der Unterseite

    Hersteller, Form und teils eine Datumskennung stehen unten im Stein. Wo ein Stein erreichbar ist, ersetzt dieser Blick jede Schätzung über Herkunft und Alter der Deckung.

    Was das über Ihr Dach sagt: Prägung noch scharfkantig lesbar: Der Beton hat innen kaum gelitten.

Vier Merkmale, die das Baualter einordnen

Karbonatisierung: warum der Stein von außen nach innen altert

Beton bleibt chemisch nicht in Ruhe. Kohlendioxid aus der Luft dringt in die Poren ein und wandelt das im Zement gebundene Calciumhydroxid in Calciumcarbonat um. Dieser Vorgang heißt Karbonatisierung, läuft von der Oberfläche nach innen und ist bei jedem Betonbauteil völlig normal.

Bekannt ist er aus dem Stahlbetonbau, wo er den Korrosionsschutz der Bewehrung abbaut. In einem Dachstein steckt kein Stahl – hier zeigt sich die Karbonatisierung anders: Das Bindemittel der äußeren Feinmörtelschicht verliert an Zusammenhalt, feine Schwindrisse entstehen, die Oberfläche kreidet, und das freiliegende Pigment bleicht aus.

Ein karbonatisierter Betondachstein ist deshalb kein Schadensfall, sondern ein alter Stein mit offener Oberfläche. Wie weit der Vorgang gegangen ist, sagt Ihnen keine Jahreszahl, sondern der Daumen: Löst sich beim Reiben feiner Zementsand, hat die äußere Zone ihren Zusammenhalt verloren.

  1. 1Junge Deckung

    Geschlossene Oberfläche, klarer Farbton

    Feinmörtelschicht und Werksbeschichtung sind intakt, Regen läuft ohne Verzögerung ab. Die Karbonatisierung hat längst begonnen, bleibt aber auf die äußerste Zone begrenzt und ist nicht zu sehen.

    Jetzt hilft: Nichts tun außer Rinnen und Anschlüsse im Blick behalten.

  2. 2Oberfläche wird matt

    Der Schimmer geht, die Farbe wird uneinheitlich

    Die Werksbeschichtung ist verbraucht, der Feinmörtel liegt frei und wird an Wülsten und Kanten dünner. Von der Straße wirkt das Dach nur „älter“ – tatsächlich beginnt hier die eigentliche Verwitterung.

    Jetzt hilft: Jetzt lohnt der Blick aus der Nähe: Wassertest an mehreren Stellen.

  3. 3Pigment liegt frei

    Körnige, sichtbar saugende Oberfläche

    Die Schlämme ist über größere Bereiche abgetragen. Der Stein nimmt Wasser sichtbar auf, trocknet träge ab, Bewuchs hält sich länger, und der Farbton wird von Stein zu Stein fleckig.

    Jetzt hilft: Der Zeitpunkt, an dem ein Oberflächenschutz technisch am meisten bringt.

  4. 4Substanz betroffen

    Absandung, Abschalen, offene Kanten

    Reibt sich Zementsand ab und platzen Kanten in größerer Zahl, ist nicht mehr die Oberfläche das Thema, sondern der Stein selbst. Ein Aufbau von oben findet dann keinen festen Grund mehr.

    Jetzt hilft: Einzelne Steine tauschen oder die Deckung baulich erneuern.

Zustand einordnen

Auf welcher Stufe steht Ihr Dach?

Zwei Fotos der Fläche und eines von der Traufe genügen für eine erste Einordnung; sicher entscheidet der Blick aus der Nähe. Der Dach-Check kostet nichts – und kann auch mit einem Nein enden, wenn der Stein es verlangt.

Kalkschleier, Zementschlämme und was wirklich weiß macht

Weißliche Schleier auf Betondachsteinen erschrecken viele Eigentümer mehr als Moos – meist zu Unrecht. In der Regel handelt es sich um Kalk aus dem Stein selbst: Wasser löst freien Kalk im Zement, transportiert ihn an die Oberfläche, dort reagiert er mit der Luft und bleibt als harter heller Belag zurück.

Technisch ist das kein Schaden. Der Belag sagt aber etwas aus, nämlich dass Wasser durch den Stein oder durch eine Fuge wandert. Diese Information ist beim Einordnen einer Fläche wertvoller als der Schleier selbst – und sie unterscheidet den harmlosen Hauch einer jungen Deckung von der Kalkfahne unter einem undichten Anschluss.

  • Ausblühung junger Steine

    Frisch gedeckte Flächen zeigen in den ersten feuchten Monaten einen milchigen Hauch. Der Vorrat an freiem Kalk ist begrenzt, und der Schleier wittert mit der Zeit von selbst ab.

    Woran Sie es erkennen: Gleichmäßig über die ganze Fläche verteilt, nach Regen deutlicher als bei Trockenheit.

  • Kalkfahne unter einer Fuge

    Ein weißer Streifen, der von First, Grat oder einem Anschluss nach unten läuft, zeigt eine dauerhafte Wasserführung. Dieser Kalk kommt aus dem Mörtel, nicht aus der Fläche.

    Woran Sie es erkennen: Streifenförmig, ortsfest, jahrelang unterhalb derselben Stelle.

  • Zementschleier aus der Bauzeit

    Auf jüngeren Dächern bleiben Reste von Mörtelschlämme aus dem Verlegen liegen. Sie sitzen hart auf der Oberfläche, lassen sich nicht abbürsten und werden regelmäßig für Verwitterung gehalten.

    Woran Sie es erkennen: Punktuell an Traufe, First oder rund um Durchdringungen, nie flächig.

  • Was der Schleier nicht ist

    Kalk ist kein Bewuchs. Ein grünlicher oder schwarzer Film ist biologisch, ein grauer Hauch oft nur Staub – drei Erscheinungen, die sich völlig unterschiedlich verhalten und dauernd verwechselt werden.

    Woran Sie es erkennen: Kalk bleibt beim Trocknen weiß, Algen dunkeln nach jedem Regen nach.

Vier weiße Erscheinungen und was sie bedeuten

Porosität und Wasseraufnahme: was der Stein aufnimmt

Ein Betondachstein nimmt Wasser auf, und zwar von Anfang an – das gehört zum Werkstoff und ist kein Mangel. Entscheidend ist, wie viel er hält und wie schnell er es wieder abgibt. Mit den Jahrzehnten verschiebt sich dieses Verhältnis: Die Oberfläche wird offener, der Stein füllt sich schneller und trocknet träger.

Genau daran hängt sein Frostwiderstand. Die europäische Produktnorm prüft ihn am neuen Stein – am gealterten Dach prüft ihn jeder Winter neu. Und hier liegt der Grund, warum ausgerechnet dieses Material für einen neuen Oberflächenschutz dankbar ist: Ein mineralischer, saugender Untergrund nimmt einen Aufbau von oben bereitwillig an, und je weniger Wasser danach in den Poren steht, desto weniger Angriffsfläche hat der nächste Frost.

Offene Porosität

wie offen die Oberfläche ist
kaumstark

Bestimmt, wie tief Regen in den Stein gelangt und wie viel Grundierung eine Fläche später aufnimmt. Ein offener Stein ist beschichtbar – er verlangt nur mehr davon.

Zu viel davon:
Ist die Oberfläche großflächig offen und sandet sie ab, fehlt die feste Zone, auf der ein Aufbau überhaupt aufsetzen könnte.
Hängt ab von:
Alter der Deckung, Ausrichtung der Dachfläche und Reste der werkseitigen Deckschicht.

Wasseraufnahme

wie viel Regen im Stein bleibt
kaumstark

Beschreibt, wie viel Wasser die Fläche nach einem Schauer behält. Sie erklärt, warum dasselbe Dach nach Regen dunkler wirkt und tagelang gefleckt bleibt.

Zu viel davon:
Ein dauerhaft feuchter Stein trocknet zwischen zwei Regentagen nicht mehr durch – Bewuchs und Frost bekommen Dauerbedingungen.
Hängt ab von:
Zustand der Feinmörtelschicht, Dachneigung und Verschattung durch Bäume.

Kantenabrieb

Zustand von Nasen und Ecken
kaumstark

Wülste, Ecken und die Aufhängenase sind die exponiertesten Stellen des Steins. Ihr Zustand sagt mehr über die Substanz als der Farbton der Fläche.

Zu viel davon:
Brechen Nasen und Ecken in größerer Zahl, geht es nicht mehr um Oberfläche: Dann stehen einzelne Steine zum Tausch an.
Hängt ab von:
Frostwechsel der vergangenen Winter, Begehungen und die Sorgfalt beim Verlegen.

Farbverlust

wie weit der Ton ausbleicht
kaumstark

Zeigt, wie weit das Pigment der Feinmörtelschicht abgetragen ist. Rein optisch – aber ein guter Anzeiger dafür, wie viel Schutzschicht überhaupt noch vorhanden ist.

Zu viel davon:
Ausgebleichte Hochpunkte neben noch farbigen Mulden bleiben als Muster sichtbar; gleichmäßig wird eine solche Fläche erst mit einem neuen Farbton.
Hängt ab von:
Himmelsrichtung, Verschattung und die ursprüngliche Pigmentierung des Steins.
Vier Eigenschaften eines gealterten Betondachsteins

Probefläche

Wie Ihre Steine reagieren, zeigt ein Abschnitt

Wassertest, Reinigungsprobe und Farbmuster am eigenen Dach statt am Musterblech: Ein begrenzter Abschnitt beantwortet in einem Termin, was aus der Ferne Spekulation bleibt. Kostenlos und unverbindlich.

Frost-Tau-Wechsel: die eigentliche Belastungsprobe

Nicht der Sommer setzt einem Betondachstein zu, sondern der Wechsel um den Gefrierpunkt. Jeder Zyklus wirkt genau dort, wo Wasser sitzt: in den feinen Poren unter der Oberfläche und in offenen Bruchstellen an Kanten und Nasen.

Deshalb altert dieselbe Deckung auf der sonnenabgewandten Dachhälfte anders als auf der besonnten. Wo eine Fläche über Tage nicht durchtrocknet, geht jeder Frost über nassen Beton. Die Kette zeigt, wie aus Regenwasser über mehrere Winter ein Kantenausbruch wird – und wo die Grenze zum Steintausch liegt.

  1. 1

    Poren füllen sich

    Nach dem Schauer steht Wasser nicht nur auf der Fläche, sondern in den Kapillaren der offenen Oberfläche – am meisten an Hochpunkten, Wülsten und Kanten.

  2. 2

    Die Fläche trocknet nicht durch

    Bei kurzen Tagen, Schatten und feuchter Luft gibt der Stein seine Feuchte nicht mehr vollständig ab. Er geht mit Wasser im Gefüge in die Frostnacht.

  3. 3

    Frost drückt von innen

    Gefrierendes Wasser braucht mehr Platz. Der Druck wirkt gegen die verbliebene feste Zone – nicht als einzelner Schlag, sondern als Wiederholung über viele Nächte.

  4. 4

    Kanten schalen ab

    Zuerst geben die Stellen mit der geringsten Deckung nach: Wulstkämme, Ecken und die Aufhängenase. Feiner Zementsand in der Rinne ist das erste sichtbare Zeichen.

  5. 5

    Grenze zur Substanz

    Bleiben Ausbrüche Einzelfälle, ist die Fläche ein Fall für Oberflächenschutz. Häufen sie sich, ist der Stein betroffen – dann geht es um Tausch oder Neudeckung.

Vom Regentropfen zum Kantenausbruch

Ihr Objekt, Ihre Zahl

Was Ihre Fläche kostet, sagen wir nach dem Blick darauf

Besichtigung und Probefläche sind kostenlos. Sie erhalten eine belastbare Kalkulation statt einer Schätzung am Telefon — und entscheiden erst danach.

  • Kostenlos und unverbindlich
  • Rückruf oder E-Mail – wie Sie möchten
  • Festpreis erst nach der Besichtigung

Kostenlos und unverbindlich. Sie entscheiden erst nach der Probefläche.

Häufige Fragen

Gut zu wissen

Die Fragen, die uns vor einer Beauftragung am häufigsten erreichen – kompakt beantwortet.

Woran erkenne ich, dass die Sinterschicht weg ist?

Der einfachste Test ist Wasser: Perlt es auf der Fläche ab, ist die Schicht intakt. Zieht es sofort ein und der Stein wird sichtbar dunkler, liegt der offenporige Kern frei. Weitere Hinweise sind eine matte, raue Oberfläche, ungleichmäßig ausgeblichene Farben und Bewuchs, der besonders auf der Nordseite deutlich zunimmt.

Kann man jeden Betondachstein beschichten?

Entscheidend ist die Substanz, nicht das Alter. Liegen die Steine fest, sind sie frei von Rissen und Abplatzungen und ist die Unterkonstruktion trocken, ist eine Beschichtung möglich. Mürbe, abgeplatzte oder gebrochene Steine lassen sich nicht beschichten – dort geht es um Austausch oder Neueindeckung, nicht um Oberflächenschutz.

Sind Betondachsteine schlechter als Tonziegel?

Nein, sie sind anders. Betondachsteine sind maßhaltig, mechanisch belastbar und günstig herzustellen; ihr Schwachpunkt ist die aufgetragene Oberfläche, die schneller verwittert als eine gebrannte Brennhaut. Umgekehrt ist ein glasierter Tonziegel als Untergrund für einen Aufbau von oben der schwierigere Kandidat. Umgangssprachlich hört man oft „Betondachziegel“ – fachlich ist der Ziegel gebrannt, der Dachstein gepresst.

Woher kommt der weiße Schleier auf meinen Betondachsteinen?

Fast immer aus dem Stein selbst: Wasser löst freien Kalk im Zement und trägt ihn an die Oberfläche, wo er mit der Luft zu einem harten, hellen Belag reagiert. Über die ganze Fläche verteilt ist das harmlos und wittert ab. Läuft der Schleier als Streifen von einer Fuge oder einem Anschluss nach unten, wandert dort dauerhaft Wasser – das ist die interessantere Beobachtung.

Was bedeutet Karbonatisierung für mein Dach?

Weniger, als der Begriff vermuten lässt. Kohlendioxid wandelt gebundenen Kalk im Zement um; im Stahlbetonbau ist das kritisch, weil der Korrosionsschutz der Bewehrung leidet. In einem Dachstein steckt kein Stahl. Spürbar ist nur, dass die äußere Feinmörtelschicht an Zusammenhalt verliert: Sie kreidet, bekommt feine Risse und bleicht aus. Ein Grund zur Sorge ist das nicht, ein Grund für einen genauen Blick schon.

Wie alt sind meine Betondachsteine – lässt sich das ablesen?

In Stufen ja. Die Bauform grenzt den Zeitraum ein: Doppelwulstpfannen liegen überwiegend auf Dächern der Nachkriegsjahrzehnte, glatte Flachdachsteine auf neueren. Die Oberfläche zeigt den Zustand, und die Prägung auf der Unterseite nennt Hersteller und häufig eine Datumskennung. Wo im Dachraum ein Stein erreichbar ist, kommt man damit sehr nah an das Baujahr der Deckung.

Warum brechen ausgerechnet Kanten und Nasen zuerst?

Weil dort am wenigsten Material über den Poren liegt und gleichzeitig am meisten passiert: Wasser läuft über Wulstkämme und Ecken, Frost wirkt von innen dagegen, und beim Begehen oder Verlegen bekommen genau diese Stellen die Last ab. Einzelne abgestoßene Ecken sind normal. Häufen sie sich über die Fläche, sagt das mehr über die Substanz als jede Farbmessung.

Kann Frost einen Betondachstein zerstören?

Ein trockener Stein übersteht Frost problemlos – ein wassersatter verliert bei jedem Wechsel etwas von seiner Oberfläche. Zerstört wird selten ein einzelner Stein auf einen Schlag; typisch ist ein langsames Abschalen an den Kanten über viele Winter. Je schneller eine Fläche abtrocknet, desto weniger Zyklen gehen über nassen Beton.

Wird mein Dach schwerer, wenn die Steine Wasser aufnehmen?

Eine nasse Deckung ist schwerer als eine trockene, doch darauf ist jede Dachkonstruktion ausgelegt – Regen, Schnee und Wind sind eingerechnet. Bauphysikalisch relevant ist nicht das Gewicht, sondern die Verweildauer der Feuchte: Ein Stein, der Tage braucht, um abzutrocknen, geht feucht in den nächsten Frost und bleibt länger begrünt.

Muss das Dach vorher gereinigt werden?

Ja. Bewuchs, Ablagerungen und loses Material müssen vollständig herunter, bevor beschichtet wird; dieser Reinigungsschritt erfolgt bei uns chemiefrei und ohne aggressiven Hochdruck. Wie die Vorbereitung im Einzelnen abläuft und wovon ihre Dauer abhängt, steht auf unserer Seite zur Reinigung vor der Beschichtung.

Ändert eine Beschichtung die Bauphysik des Daches?

Sie wirkt auf der Oberfläche, nicht im Aufbau. Regen läuft schneller ab, die Fläche trocknet zügiger, und die Eindeckung nimmt weniger Wasser auf. Hinterlüftung, Unterspannbahn und Dachaufbau bleiben unberührt – eine Beschichtung darf diese Funktionen unterstützen, aber niemals ersetzen oder behindern.

Ihre Frage ist nicht dabei?

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns – wir antworten meist noch am selben Tag.

Ihr Beweis vor der Entscheidung

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Kein Prospektbild, kein Versprechen – wir reinigen einen abgegrenzten Bereich an Ihrem Objekt. Sie vergleichen vor Ort mit der unbehandelten Fläche daneben und entscheiden erst danach, ob wir weitermachen.

Dachfläche zur Hälfte anthrazit beschichtet, daneben die unbehandelte Fläche im Originalzustand
Genau so sieht eine Probefläche ausOriginalfoto aus einem Auftrag – dieselbe Dachfläche, behandelt und unbehandelt direkt nebeneinander.
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